Zeittafel der Ereignisse in Klein-Winternheim 1792/93

1792

18./19.10. Erste französische Truppen in Klein-Winternheim; Fouragierungen und Einquartierung
23.10. Gründung d. Mainzer Jakobinerklubs; Beitritt J. A. Scheuer: 28.10.
24-29.10. Waldfrevel“ im Ober-Olmer Wald auch durch Klein-Winternheimer; „Ruin des Waldes“ steht bevor
vor 31.10. Klage der Klein-Winternheimer wegen übermäßiger Fouragierung, „Unterthanen völlig leer und entschöpft“; „Fuhrfronden“ nach Mainz, Schanzenbau in Kastel
18./25.10. Errichtung eines Freiheitsbaumes in Klein-Winternheim (oder um 10.12.?)
19.11. Einsetzung d. Allgemeinen Administration in Mainz (Dorsch/Forster)
21.11. ff Aufrufe u. Flugschriften der Mainzer Jakobiner für den „Landmann“; „Amtliche Propaganda“ der Administration
29.11. Verfügung d. Administration gegen „Zügellosigkeiten“ im Ober-Olmer Wald
4-7.12. Johannes Arnold von Klein-Winternheim bittet um Aufhebung der Leibeigenschaft; Die Administration gibt dem Antrag statt
18.12. Verfassungsumfrage in Klein-Winternheim; Kommissare: Christian Wolff u. Joseph Preiser; von 60 Stimmfähigen sind (zunächst) 30 anwesend, von denen 19 „für die fränkische Konstitution“ unterzeichnen; Schultheiß Spießel reicht am 20. noch 31 Stimmen nach; Lob im Mainzer Jakobinerklub

1793

14.1. Amtsschreiber Versbach reklamiert rückständige Neujahrsgelder, u.a. in Klein-Winternheim
17.1. Vogteiamt Nieder-Olm bietet Darlehen von 200 fl zur Bezahlung d. Kriegskosten an
24.1. Administrations-Präsident Dorsch nimmt auf Verlangen der Gemeinde Klein-Winternheim Neuwahl des Ortsvorstandes vor: Schultheiß wird Jakob Schmuck, Gericht: Nikolaus Knab, Martin Schreiber und Johann Mumbächer; 59 Teilnehmer, zunächst J. Eckart mit 32 Stimmen gewählt, der aber ablehnt
10.2. Johann Kissel verlangt Entschädigung für sein Pferd, das er im Herbst beim Dienst für die frz. Armee verloren hat
nach 23.2. Gemeinde Klein-Winternheim bittet um einen eigenen Pfarrer, weil Verhältnis zu Ober-Olmern "seit langem zuwider"
24.2. Offizieller Termin für die Wahlen von Munizipalitäten und Konvent; in Klein-Winternheim nicht oder nur teilweise eingehalten
4.3. Der Ortsvorsteher von Klein-Winternheim unterzeichnet als „Municipalität“
7.3. Polizeikommissar Johann Anton Scheuer trifft in Klein-Winternheim ein und verbringt dort 14 „Kommissionstäge“ mit der Untersuchung gegen den abgesetzten Schultheiß, mehrfaches Hin- und Herreisen
9.3. Wahl Scheuers zum Klein-Winternheimer Abgeordneten im „Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent“
13.3. Scheuer lässt sich in Mainz als Abgeordneter registrieren
17.3. Beginn der Sitzungen des Mainzer Nationalkonvents
18./21.3. Unabhängigkeits- bzw. Reunionsdekret des Konvents unter Mitwirkung Scheuers
25.3. Reunionsadresse des Mainzer Konvents; Scheuer unterzeichnet an 77. Stelle: „Johann Anton Scheuer, Deputirter von Klein-Winternheim“
27.3. Antrag d. Gemeinde Klein-Winternheim, nach „Erledigung der Pfarrei Oberolm“ auf einen „alleinigen Seelsorger“; dessen Vergütung ist gesichert; Administration schickt zunächst einen (geschworenen) Kapuziner, dann einen Augustiner
27./29.3. Untersuchung (unter Scheuers Leitung) gegen ehem. Schultheiß Spießel wg. betrügerischer Unterschlagungen zum Nachteil seiner Mitbürger, Protest der zur Untersuchung herangezogenen Klein-Winternheimer wg. „häuslichem Schaden“. Vorstand unterzeichnet mit „Bürger Maire und Municipalen zu Klein-Winternheim“
30.3. Der Pariser Konvent billigt den u.a. von Forster überbrachten Antrag auf Reunion von Mainz und 83 weiteren Orten, darunter Klein-Winternheim
1.4. Nach Vertreibung der Franzosen aus dem Umland von Mainz ziehen in Klein-Winternheim Preußen ein; Beginn der Einschließung bzw. Belagerung von Mainz (bis 23.7.) und der Verfolgung ländlicher „Klubisten“
6.6. Das Vogteiamt Weisenau zählt Klein-Winternheim zu den Gemeinden, die an dem „von den Franken eingeführten Freyheitssystem besonders Anteil genommen haben“
25.6. Erneute Rüge für die Klein-Winternheimer, weil sie gegenüber den Preußen „Abneigung“ und „unbescheidenes Betragen“ zeigen, die Franzosen dagegen loben. Ist der Ort „von der Seuche des Aufruhrs angesteckt“?
15.7. Goethe (seit 29.5. vor Mainz) besucht seine Freunde, den englischen Maler Charles Gore sowie den Weimarer Künstler Georg Melchior Kraus in Klein-Winternheim
22./23.7. Kapitulation der Franzosen in Mainz; Verfolgung der „Klubisten“